Was ist eigentlich klinische Psycho- Neuro- Immunologie?


Ein zukunftsorientierter Ansatz bei der Behandlung von chronischen Beschwerden


Was steckt hinter diesem komplizierten Begriff und woher stammt er?


Genaugenommen müsste der Begriff "Psycho- Neuro- Immuno- Endokrino- Soziologie" heissen, doch dann wäre es wohl ganz vorbei mit der Möglichkeit, ihn irgendwie aussprechen zu können.



Wie ist es zu diesem Begriff gekommen?


Der Begriff Psychoneuroimmunologie wurde in den achtziger Jahren vom amerikanischen Psychiater und Psychologen Robert Ader geprägt.

Das Wort "Psycho" steht für das seelische Erleben des Menschen und ist eine empirische Wissenschaft. Das Wort "Neuro" ist der Sammelbegriff der Neurowissenschaften, die sich der Erforschung des Nervensystems und des Gehirns widmen. Das Wort Immunologie untersucht die biologischen und biochemischen Grundlagen der Körperabwehr.

Eigentlich wollte Robert Ader den Begriff noch das Wort "Endokrino"hinzufügen, den Fachausdruck für die Lehre von den Hormonen. Diese haben nämlich in unserem Organismus ebenfalls eine grosse Bedeutung.

Auch "Soziologie", die Wissenschaft, die sich mit dem sozialem Verhalten, den Abläufen und Folgen des Zusammenlebens von Menschen beschäftigt müsste korrekterweise aufgeführt werden, da auch diese Faktoren den Menschen auf allen Ebenen beeinflusst.


Doch dann wurde aufgrund der Einfachheit und besseren Ausprechbarkeit die Abkürzung PNI gewählt.

Ader hat eine ganz neue Richtung der wissenschaftlichen Forschung angestossen.

Es tauchen letztlich Fragen auf:


In welcher Art reagiert unser Immunsystem auf Emotionen?

Wo gibt es eine Verbindung zwischen Emotionen und Abwehrzellen?

Welche biochemischen Prozesse laufen dort ab?

Gibt es eine Verbindung zwischen unseren Darm und dein Gehirn?


Wie und welche biochemischen Funktionen laufen im Körper ab durch verschieden Umwelteinflüsse?





Selbstverständlich hatten die Wissenschaftler mit dieser neuen Denkweise mit viel Widerstand zu rechnen und Unwissenschaftlichkeit wurde Ihnen zum Vorwurf gemacht. Heutzutage ist es glücklicherweise so, dass sich immer mehr Forscher zusammenschliessen um gemeinsam anzutreten und aufzuzeigen, dass ihre Denkrichtung stimmt und die Psyche, das Nervensystem, das Hormonelle System und das Immunsystem verbunden sind und durch ständigen Austausch mit der Umwelt sich gegenseitig beeinflussen.


Es kommt zu bio-psycho-sozialen Anpassungsmechanismen, die man im Körper "lesen" kann.


Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die nach strengen wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt werden und diese Zusammenhänge eindeutig belegen können.


So ist zu hoffen, dass sich diese "neue" Denkweise immer mehr verbreitet, die Zusammenhänge immer klarer werden, so dass auch die stärksten Kritiker von der Wichtigkeit dieses Wissens überzeugt werden und die Unerlässlichkeit für die ganzheitliche Gesundheit und inbesondere der Behandlung chronischer Krankheiten anerkennen.


Und was genau ist kPNI?


Die Klinische PNI ist aus der Wissenschaft der Psycho-Neuro-Immunologie entstanden ist.


Sie macht die Erkenntnisse aus den Forschungsergebnissen der PNI erklärbar und - das ist von entscheidender Wichtigkeit- klinisch, also in der Praxis - im Alltag anwendbar.


Das bringt meiner Meinung nach einen unschätzbaren Wert, gerade wenn es um die Behandlung von chronischen Erkrankungen, meist handelt es sich dabei um sogenannte sogenannten " Zivilisationserkrankungen" wie chronisch entzündliche Prozessen, Verdauungsbeschwerden, Herz- Kreislaufbeschwerden, Stoffwechselstörungen,Übergewicht, hormonelle Probleme, Autoimmunerkrankungen geht.


​Die kPNI nutzt Ernährung, Bewegung, psychosoziale Interventionen, das Wiederherstellen des Biorhythmus und der hormonellen Balance, natürliche Substanzen aus dem Bereich der orthomolekularen- und Phytotherapie sowie Massnahmen zur Stressbewältigung als Behandlungsintervention- und das mit grossem Erfolg und zwar genau dort, wo herkömmliche Massnahmen nicht zu greifen scheinen.

Weshalb war und ist auch heute doch noch von verschiedene Richtungen teilweise Widerstand spürbar?


Hier möchte ich dir einen kurzen Einblick geben über das Dualistische Weltbild, das uns in den letzten Jahrhunderten geprägt hat


Hintergründe und die Kluft der Trennung von Körper und Seele-

Das dualistische Weltbild und das daraus resultierende linearen Denken

Die Strukturen, Funktionen und Prozesse des menschlichen Körpers als eine Einheit zu betrachten, als ein Netzwerk, indem alles ständig im Fluss und im Austausch begriffen ist, war in der westlichen Forschung und Medizin lange nicht selbstverständlich.

Vielmehr herrschte unter Neurologen, Psychologen, Immunologen und Hormonspezialisten die Überzeugung, dass diese Bereiche unabhängig voneinander funktionieren und damit also nicht viel miteinander zu tun hätten.

So war der Psychotherapeut für das seelische Befinden zuständig -aber ob das Immunsystem und die Hormone ins Ungleichgewicht geraten waren -das in interessierte ihn kaum.

Umgekehrt untersuchten Immunologen, Hormonspezialisten und Neurologen sehr genau die Menge und die Zusammensetzung bestimmter Zellen, Moleküle und Botenstoffen-aber ob diese die Psyche beeinflussen oder umgekehrt die Psyche diese Botenstoffe beeinflussen würde, hatte keinen großen Stellenwert.

Natürlich kennt jeder die alten Volksweisheiten Wie beispielsweise:


"Mir kommt die Galle hoch"

"Ich habe eine Wut im Bauch"

"Es ist mir eine Laus über die Leber gelaufen"

"Frisch Verliebte sind gegen alles gefeit"


So wird es auch viele Ärzte gegeben haben, dich sicher intuitiv gespürt haben, dass viele chronische Leiden ihrer Patienten mit negativen Gefühlen und einem negativen Umfeld zusammenhängen müssten, doch erlaubte Ihnen die Art und Weise, in der Medizin und Wissenschaft praktiziert wurden nicht, über die Grenzen der eigenen Disziplin hinauszuschauen.

Wenn wir das geschichtlich betrachten, dann hat Trennung von Körper, Geist und Seele ihre Wurzeln in der Begründung der abendländischen Wissenschaft durch den französischen Philosophen René Decartes im 16. Jahrhundert.

Er sagte: "Die Seele gehört der Kirche - der Körper gehört der Wissenschaft."

Newton hat danach durch seine physikalischen Gesetze den materiellen Realismus stark weiter geprägt.

Immer mehr wurde der Graben gezogen sich in der unsichtbaren Seele auf der einen Seite und den sichtbaren Körper auf der anderen Seite.


Die Medizin machte sich diese Wissenschaft zur Grundlage aller Forschungsbemühungen.

So waren auch große Gelehrte wie der britische Naturforscher Charles Darwin im 19. Jahrhundert in ihrem Denken dieser Spaltung unterworfen.

Gemäss Darwin wird unser individuelles Leben ausschließlich von den Erbfaktoren bestimmt.

Auch die nächsten Generationen an Naturwissenschaftlern übernahmen diese Anschauung, ohne Zweifel daran zu hegen.

Die modernen Schulbücher der Biologie sind auch heute immer noch auf diese Lehre von Darwin ausgerichtet und somit ist es nicht erstaunlich, dass auch unser Gesundheitssystem immer noch zu einem grossen Teil durch diese Denkweise geprägt ist.


Für jeden, der sich als traditionell rational und naturwissenschaftlich orientiert Denkender bezeichnete, war eine Beeinflussung durch das geistig-seelische oder gar soziale undenkbar.

Bis in unsere Zeit wurde die Wissenschaft durch dieses dualistische Denken und Weltbild geprägt. Daraus entstand die rein lineare Denkweise.


Was heisst das konkret?

Auf ein Effekt folgt der nächste: Aus A resultiert B und aus B resultiert C


Ausgehend vom diesem geschichtlichen Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass vielen Ärzten und natürlich auch Patienten gar nicht bekannt war und zu einem grossen Teil immer noch nicht bekannt ist, in welchem Ausmaß körperliche Störungen zu psychischen Beschwerden führen können und natürlich auch umgekehrt.

Auch Einflüsse durch Ernährungsweise Lebensgewohnheiten, Einstellung, Geisteshaltung Umgang mit Stressfaktoren und vielen anderen Einflussfaktoren wurden ( und werden oft immer noch) viel zu wenig berücksichtigt.


Tatsache ist aber, dass kein Lebewesen so funktioniert…..alle Systeme beeinflussen sich nicht nur in eine Richtung, sondern sie beeinflussen sich wechselseitig und sind und existieren auch nicht unabhängig von ihrer Umgebung….

Nichts zeigt das schöner als die Forschungsergebnisse aus der PNI und insbesondere aus der Epigenetik. Aber es handelt sich hier um brandneue wissenschaftliche Erkenntnisse, die erst seit ca. 20 Jahren immer neue Entdeckungen bereitstellt.

Die Kluft zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und ihrer Integration in die Praxis betrifft gerade etwa diese Zeitspanne.

So findet erst nach und nach ein langsames Umdenken statt.


Die Wissenschaft der PNI findet erfreulicherweise eine immer größeren Stellenwert, da es immer neuere Forschungsergebnisse gibt, die die Wechselwirkungen von Nervensystem- Immunsystem und hormonellem System belegen und deren Interaktion mit Umwelteinflüssen und den Auswirkungen auf unser ganzes Sein aufzeigen.


Dies ist nur möglich Dank dem Suchen und den Ansprüchen von vielen Menschen, die keine befriedigende Antwort auf Ihre Symptome bekommen haben und nach weiteren Lösungswegen für Ihre Beschwerden am Suchen sind.


Andererseits ist es auch die Offenheit verschiedener Wissenschafter, die die Zusammenarbeit verschiedener Forschungsbereiche vorantreiben, so dass immer mehr Austausch der verschiedenen Fachbereiche stattfinden kann.

Die PNI gehört ganz sicher einem neuen interdisziplinären Arbeitsbereich mit sehr großen Zukunftschancen.Es werden hoffnungsvolle Behandlungsansätze aufzeigt und immer neue Erkenntnissen geliefert , wie wir dierekten Einfluss auf die Aktivität unserer Gene nehmen können und so unsere Selbstheilungskräfte neu aktivieren können um zu nachhaltiger Gesundheit zurückzufinden.

Hier möchte ich noch einmal die wichtigsten Punkte zusammenfassen:

Die Erkenntnis, dass der Mensch ein Netzwerk in sich ist und jede Zelle, jedes Organ in Wechselwirkung zum jedem anderen steht, birgt ein grosses Potential, bisherige Behandlungsansätze in einem erweiterten Zusammenhang zu sehen .

Der Mensch ist nicht nur ein in sich geschlossenes System von dem seine Körperfunktionen und die Psyche beeinflusst werden, sondern ist eingebettet und in Verbindung mit seiner Umgebung, mit anderen Menschen und der Umwelt.

Das gesamte Zusammenspiel aller Einflussfaktoren, aller Systeme, unserer Gene, unserer Persönlichkeit, unseres Lebensstils und unserer Umgebung sind verantwortlich für unsere Gesundheit, aber auch für unsere Krankheiten.

Wenn wir irgendwo aus dem Gleichgewicht geraten, hat das nachweislich auch auf die verschiedenen Systeme einen Einfluss und dies geschieht oft lange, bevor wir ein Symptom bemerken.


Das Verstehen dieser Wechselwirkungen und wie man diese gezielt beeinflussen kann ist von besonderer Bedeutung bei chronischen Beschwerden/Erkrankungen.


Dabei geht es um therapeutische Ansätze die weiter reichen, als nur die Symptome zu lindern.




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