"Leaky Gut" Syndrom: Do´s & Dont´s in der Ernährung


Du kannst ein "Leaky Gut" Syndrom (eine zu durchlässig gewordene Darmwand) nicht mit einem Medikament und auch nicht über Nacht heilen. Aber mit der richtigen Wahl an Nahrungsmitteln und insbesondere auch dem Weglassen von entzündungsfördernder Nahrung sowie einer Portion Geduld lässt sich dieser Zustand, der viele chronische Beschwerden verursachen kann, wieder rückgängig machen.


Wie kann ein Leaky gut Syndrom überhaupt entstehen?


Der Darm gilt oft als Ursprungsort für die Entstehung von chronischen Krankheiten.


Unser "moderner" westlicher Lebensstil mit viel Stress, ungesunder Ernährung, wenig Bewegung etc. führt häufig dazu, dass die natürliche Bakterienbesiedelung des Darmes gestört wird.


👉Einerseits stellt man einen deutlichen Rückgang der verschiedenen Bakterienarten fest (Abnahme der Artenvielfalt)


👉 andererseits nimmt die Anzahl der für uns eher ungünstigen Bakterien zu und die der für unsere Gesundheit so wichtigen Bakterien ab😟.


Man spricht dann von einer DYSBIOSE - einem Ungleichgewicht in der Darmflora.

Hat sich diese erst einmal entwickelt, führt das mit der Zeit zu einer ENTZÜNDUNG DER DARMSCHLEIMHAUT- diese wird immer mehr geschädigt und dadurch vermehrt durchlässig. Dann spricht man von einem LEAKY GUT SYNDROM


Dinge, die eigentlich nicht in das Körperinnere gehören wie Toxine aus der Umwelt, nicht vollständig verdaute Nahrungsbestandteile, Viren und Bakterienfragmente (LPS) gelangen über diese durchlässigen Stellen in der Darmwand leicht in den Körper.


Sind sie im Körperinnern, wird unser Immunsystem aktiviert und löst weitere Entzündungen aus, die sich dann über den Blutkreislauf im gesamten Körper ausbreiten.


Das genau ist einer der Hauptmechanismen wie SYSTEMISCHE "STILLE" ENTZÜNDUNGEN" im Körper entstehen können.

Diese Entzündungen heissen "still", weil sie im Verborgenen ablaufen und lange- oft über Jahre- nicht bemerkt werden.


Sie führen mit der Zeit, je nach «Anfälligkeit» der betroffenen Person, zu den unterschiedlichsten gesundheitlichen Beschwerden in den verschiedensten Körperbereichen- angefangen bei Gelenksproblemen, Herz- Kreislaufproblemen, Gewichtsprobleme, Diabetes Typ2, Hormonstörungen, Fettstoffwechselstörungen, "Brain Fog", Konzentrationsprobleme bis hin zu Depressionen.


Die moderne Wissenschaft ist sich einig, dass genau diese niedriggraden, stillen Entzündungen die Basis von chronischen Gesundheitsprobleme sind.



Mit welchen Untersuchungen kann eine Barrierestörung des Darmes festgestellt werden?


Eine aussagekräftige Diagnose für eine Barrierestörung der Darmwand kann aktuell nur mit einer Stuhluntersuchung gemacht werden. Bei einer Magen-Darmspiegelung kann das Syndrom im nicht nachgewiesen werden. Dies kann unter anderem ein Grund sein, weshalb ein "Leaky gut" aus schulmedizinischer Sicht immer noch als unwissenschaftlicher Mythos bezeichnet wird, d.h. der Zusammenhang von gesundheitlichen Beschwerden in Verbindung mit einer zu durchlässigen Darmwand ist aus wissenschaftlicher Sicht noch zu wenig erforscht und nachgewiesen und deshalb nicht ernst genommen.


Das sind die wichtigsten Marker für die Diagnose eines leaky Gut Syndroms:


✅ ZONULIN:

Je mehr Zonulin nachgewiesen wird, umso höher ist die Anzahl der Zellverbindungen zwischen den einzelnen Darmzellen, die beschädigt sind.


✅ ALPHA 1 ANTITRYPSIN: Dieses Molekül befindet sich normalerweise im Blut, also im Körperinneren. Ist dieses Molekül im Stuhl nachweisbar, sind die Zellverbindungen in der Darmwand zu durchlässig.


✅ ENTEROKOKKEN und sIGA: Diese Parameter geben einen Hinweis darauf, wie die Schleimhautimmunität ist. Wenn diese Werte vermindert sind, heißt das zwar nicht, dass die Barrierefunktion bereits beeinträchtigt ist, aber die Schleimhautgesundheit sollte dennoch gefördert werden, so dass sie intakt bleiben kann.



Was kannst Du aktiv tun, um einen gesunde Darmbarriere zu fördern?



Es ist von großer Bedeutung, dass du alles tust, damit deine Darm-Barriere wieder effizient schließt. Es muss dringend eine dichte, gut genährte Darmschleimhaut aufgebaut werden, die eine gesunde und vielfältige Bakterienflora ermöglicht. Das sind die wichtigsten körperlichen Fundamente für deine Gesundheit.



Neben einer bewussten Ernährung spielen auch Stress und Regeneration eine wichtige Rolle: Überlege dir, wie du mehr Erholung in deinen Alltag bringen kannst.


Hier teile ich mit dir konkrete Ernährungs-Tipps, wenn du an einem "Leaky Gut" leidest:


Davon solltest du mehr zu dir nehmen:

  • Iss täglich frische unverarbeitete Lebensmittel, Gemüse und Früchte in allen Farben, sowie Omega3 reiche Lebensmittel (Leinöl, Algen, Fisch)

  • Nimm täglich viel Kollagen zu dir! Es ist das wichtigste Strukturprotein im Körper und wirkt wie «Leim», der die Epithelzellen des Darmes zusammenhält. Kollagen enthält viel von der Aminosäure Glutamin, welche hilft, die Darmzellen wieder zu verschließen. Du kannst dir Kollagen auf natürliche Weise zuführen, indem du regelmäßig Knochenbrühe trinkst (Rezepte zur Herstellung findest du im Rezeptteil hier auf meiner Webseite)

  • Zudem sind folgende Mikronährstoffe für die Reparatur und Regeneration defekter Darmzellen besonders wichtig: Zink sowie Vitamin D und A – letztere gehören zusammen (das eine kann ohne das andere nicht wirken). Vitamin A ist außerdem das wichtigste Vitamin für die Schleimhautimmunität

Folgende Inhaltsstoffe solltest du bei einem "Leaky Gut" Syndrom reduzieren bzw. möglichst vermeiden:

  • Lebensmittelzusatzstoffe wie Konservierungsstoffe ( E200-E297), Farbstoffe (E102,104,110,122- 129) und Emulgatoren ( E430-E495) - sie stehen im Verdacht die schützende Schleimschicht auf den Darmzellen zu zerstören

  • Gluten (insbesondere Weizen) - Professor Fasano hat in seinen Forschungsarbeiten gezeigt, dass Gluten die Zellverbindungen der Darmschicht verstärkt öffnet

  • Auch Getreide (insbesondere Vollkorn) und Hülsenfrüchte sollten vorübergehend reduziert werden, da sie unsichtbare "Dornen" besitzen

  • Süßwaren, raffinierter Zucker und süße Getränke - ein "zu viel" an raffiniertem Zucker wirkt als Zellgift und fördert die Entstehung von Darmpilzen (z.B. Candida). Fructose, wie sie in Haushaltszucker, Süßgetränken und praktisch allen Fertigprodukten vorkommt, führt zu einem übermäßigen Wachstum schädlicher, entzündungshemmender Bakterien im Darm


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