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Was ist der Migrating Motor Complex (MMC) und wie kannst du ihn unterstützen


Wusstest du, dass dein Darm ein eigenes Hauswirtschafts System hat? Man nennt ihn den Migrating Motor Complex- kurz MMC.

Dieser “Wandernde Motor Komplex“ ist der Reinigungsdienst deines Magen-Darm-Traktes.


Vielleicht hast du noch nie davon gehört, aber dein MMC ist unglaublich wichtig für deinen Darm und- weil die Darmgesundheit die Basis unserer Gesundheit ist - ist der MMC von grosser Bedeutung- gleich erfährst du weshalb.

Die Reinigungswellen, die durch den MMC ausgelöst werden, bewegen sich va. durch deinen Dünndarm und halten ihn sauber und gesund.

Sie sorgen auch dafür, dass der Magen ganz entleert wird, und unverdauliche Nahrungsbestandteile sowie potentiell schädliche Krankheitserreger durch den Darm weitergeschoben werden, so dass sie schlussendlich ausgeschieden werden können.


Du solltest dir dieses wenig bekannten biologischen Prozesses wirklich kennenlernen insbesondere dann, wenn du am «Reizdarmsyndrom» / SIBO oder einer entzündlichen Darmerkrankung leidest. Denn der MMC hilft Infektionen und bakteriellen Überwucherungen (SIBO) im Dünndarm vorzubeugen.

Wenn der MMC in seiner Arbeit behindert wird, haben schädliche Bakterien viel eher die Möglichkeit, sich im Darm zu vermehren und länger aufzuhalten.


So besteht bei einer Beinträchtigung bzw. Schädigung des MMC ein deutlich höheres Risiko für eine bakterielle Überwucherung des Dünndarms (SIBO) und damit einhergehend einer Reizdarmsymptomatik.


Wenn ich mit meinen Kunden arbeite, die unter Darmproblemen leiden, sind einerseits die Unterstützung einer starken und gesunden Verdauung und andererseits die Unterstützung eines gut funktionierenden MMC ganz elementar wichtige Dinge, die ich mit ihnen anschaue.


Lies gerne weiter und erfahre mehr über diesen wichtigen Teil deiner Verdauung.


Am Ende dieses Artikels findest du einige Tipps zur Verbesserung deines MMC.



Motilitätsmuster ( Bewegungsmuster) im Magen-Darm-Trakt


Die Motilität im Magen-Darm-Trakt weist zwei Muster auf, die sich grundlegend unterscheiden.

1. Nach der Nahrungsaufnahme gibt es zuerst die postprandiale Motilität (die eigentliche Verdauungsbewegung), die für eine gute Magenentleerung und Dünndarmbewegungen sorgt damit die Nahrung gut aufgespalten, aufgenommen und unverdauliche Nahrungsbestandteile vorwärtszutranstransportiert werden können.


2. Nach ca 90 Minuten beginnt die die interdigestive Motilität

(Nüchternbewegung)

Die Nüchternmotilität- der MMC- hat die Aufgabe, den Darm von Nahrungsresten und unverdaulichen Bestandteilen zu reinigen und das Bakterienwachstum in Schach zu halten ( man spricht von „houskeeper function“)



Diese Houskeeper Funktion des MMC läuft in 3 Phasen ab, welche alle eine unterschiedliche Stärke und Frequenz.


Die Nüchternmotilität verläuft vom Magen bis zum letzten Dünndarmabschnitt in zyklischen, wandernden motorischen Wellenbewegungen- deshalb spricht man von Migrating Motor Complexes (MMCs).


Diese Wellenbewegungen werden in drei Phasen eingeteilt:

• Phase I - Inaktivität

• Phase II - schwache, unkoordinierte Kontraktionen

• Phase III - reglemässige, intensive Kontraktionen


Da diese Wellenbewegungen beim nüchternem Verdauungssystem vorkommen kann es insbesondere in der Phase III zu Magenknurren oder Darmgeräuschen kommen, die dann oft fälschlicherweise als Hunger interpretiert werden



Bei gesunden Menschen startet der MMC etwa 90 Minuten nach dem Essen und der eigentliche Reinigungsprozess dauert etwa 1,5 bis 3 Stunden.

Insgesamt wird also ein Zeitraum von ca. 4-5 Stunden benötigt um den Darm «aufzuräumen».

Das ist auch der Grund, weshalb es so wichtig ist, nach jedem Essen eine längere Pause zu machen und nicht ständig zu «snacken». Denn schon die kleinste Nahrungsaufnahme stoppt den MMC für mehrere Stunden.




So wird der Migrating Motor Complex MMC gesteuert


Der MMC wird von den interstitiellen Cajal-Zellen in deinem Verdauungstrakt gesteuert. Dies sind Zellen, die die glatte Muskulatur deines Darms mit dem Nervensystem verbinden und für die Darmbewegung (Peristaltik) zuständig sind. Sie werden auch als Schrittmacherzellen bezeichnet


Diese Nervenzellen können durch hohen Stress, Erkrankungen des Nervensystems, lokale Entzündungen im Darm oder körperliche Veränderungen aufgrund von Verletzungen oder Operationen geschädigt werden.



Es wurde festgestellt, dass bei Menschen mit Reizdarmsyndrom/SIBO oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ( Morbus Crohn/Colitis ulcerosa) der MMC vermindert ist und seltener auftritt oder länger dauert.


Aber die gute Nachricht ist, dass sich der MMC jederzeit wieder erholen kann. Dafür muss der Darm aber geheilt werden!


Weitere Gesundheitsprobleme, die sich negativ auf deinen MMC auswirken können


Möglicherweise hast du gesundheitliche Beschwerden, die zwar nicht direkt von deinem Darm ausgehen, aber deine Darmmotilität und damit deinen MMC beeinträchtigen.


Dazu können gehören:


  • eine Parasitenbelastung kann sich negativ auf deinen MMC auswirken, lies gerne mehr in meinem Artikel über die Elimination von Parasiten

  • Traumatische HirnverletzungenSchleudertrauma, Gehirnerschütterung, Sturz vom Fahrrad/Pferd – können dein Nervensystem schädigen und zu einem verlangsamten MMC führen

  • Blutzuckerprobleme haben einen massiven Einfluss auf dein gesamtes Nervensystem, auf dein Gehirn, deine Energie und auf deine Verdauung Menschen mit (Prä)Diabetes stellen oft fest, dass ihre Magenentleerung aufgrund des hohen Insulinspiegels, verlangsamt ist- was sich negativ auf den MMC auswirken kann

  • Hypothyreose – Eine Schilddrüsenunterfunktion, äussert sich in der Verlangsamung aller möglichen Körperprozesse: was sich in Kältegefühl, der Unfähigkeit Gewicht zu verlieren, Haarausfall, "Gehirnnebel", Hormonproblemen und eben auch in einer verlangsamten Darmperistaltik äussern kann.

  • Auch bei Krankheiten wie z.B. M. Parkinson- können motorische Probleme des Magen Darm Traktes auftreten, die oftmals mit Verstopfung einhergehen.


Die wichtigsten Faktoren, die deinen MMC ausschalten können


Wie ich oben erwähnt habe, kann jede Art von Nahrung, die in deinen Körper gelangt, den MMC unterbrechen. Die wichtigsten Stoppsignale auf deinen MMC sind:

  1. Essen – Immer wenn du etwas isst, und sei es noch so wenig- pausiert dein MMC für etwa 1,5 bis 2 Stunden. Nachdem diese Nahrung den Verdauungsprozess durchlaufen hat, wird der MMC versuchen, von neuem zu beginnen. Wenn du ständig snackst, kann dein MMC seine Arbeit möglicherweise nie vollständig erledigen.

  2. Stress – Jede Art von psychischem oder physiologischem Stress kann sich auf deinen wandernden motorischen Komplex auswirken. Dies liegt daran, dass der Blutfluss, sobald deine Körper eine Gefahr wahrnimmt ,vom Darm abgezogen und in die Muskulatur geleitet wird um dich für eine Kampf- oder Fluchtreaktion einsatzbereit zu machen. Chronischer Stress kann – wie bereits oben erwähnt- die Cajal Zellen dauerhaft beschädigen.

  3. Medikamente, z. B. Opioid-Schmerzmittel, verlangsamen bekanntermaßen unsere Verdauung und Motilität und können somit den MMC beeiträchtigen. Antibiotikas, Antibaby- Pille, Säureblocker ( Pantoprazol) und Antidepressiva ( SSRI) verändern die Zusammensetzung deiner Darmbakterien und können sich so negativ auf den MMC auswirken.


So kannst du deinen MMC stimulieren bzw. regenerieren


Es gibt einige schnelle Erfolge und längerfristige Strategien, die dir bei der Lösung von Problemen mit deinem MMC helfen.




1. ESSENSPAUSEN


Um es nochmals zu betonen: es ist so wichtig dass du dafür sorgst, , dass du genügend Abstand zwischen deinen Mahlzeiten lässt: der MMC wirkt nur im nüchternen Zustand und beginnt ca. 90 Minuten nach der Nahrungsaufnahme.

Achte also unbedingt auf einen Abstand von 4-5 Stunden zwischen den Mahlzeiten, damit dein MMC nicht unterbrochen wird. Das bedeutet konkret: kein snacken und knabbern in dieser Zeit!


2. KURZZEITFASTEN ÜBER NACHT


Einen sehr effektive Massnahme zur Unterstützung eines gesunden MMC ist- idealerweise über Nacht - mindestens 12 Stunden lang zu fasten. Dies könnte bedeuten, dass du deine letzte Mahlzeit gegen 19 Uhr beendest und dann um 7 Uhr frühstückst. Vielleicht kannst du mit der Zeit die Fastendauer noch etwas verlängern- auf 14-16 Stunden- und isst etwas früher deine Nachtessen oder verschiebst dein Frühsück in den späteren Morgen. Es ist wichtig, in dieser Zeit wirklich gar nichts zu essen, sondern nur Wasser und Kräutertee zu trinken. Schon die kleinste >Menge an Nahrung stoppt den MMC- und es dauert dann wieder erneut 90 Minuten, bis er startet.


Diese Art des Kurzzeitfastens ist auch als intermettierendes Fasten bekannt – es hat unglaublich viele gesundheitliche Vorzüge.


Gerade bei SIBO/Reizdarm ist es unerlässlich, dem Verdauungstrakt eine längere Pause zu gönnen, damit der MMC über Nacht wirken kann.



3. DEN BLUTZUCKER STABILISIEREN


Wie bereits weiter oben erwähnt, behindern Blutzuckerspitzen die Magenentleerung, was zu Darmbewegungsstörungen und verminderter Darmbewegung führt.


Den Blutzucker zu stabilisieren und Blutzuckerspitzen zu vermeiden

gelingt dir am besten, wenn du jeder deiner Mahlzeiten so zusammenstellst, dass sie genügend Eiweiß, gesunde Fette und Ballaststoffe enthalten.

Auch 1TL Apfelessig ( mit Wasser verdünnt) vor den Mahlzeiten zu trinken und Gewürze wie Zimt in die tägliche Ernährung einzubauen kann helfen, den Blutzucker stabil zu halten.

Ein kurzer, zügiger Spaziergang nach dem Essen hat sich ebenfalls als wirksame Strategie erwiesen, Blutzuckerspitzen abzufangen.


👉Das Ziel ist also, deinen Blutzucker so gut zu stabilisieren, damit du keine Heisshungerattaken bekommst und mindestens 4 Stunden und idealerweise auch deine Minifastenpausen über Nacht auszudehnen kannst


4. STRESSREDUZIERUNG


Stressreduzierung ist ein wichtiger Schlüssel zur Förderung der richtigen MMC Funktion. Das Stresshormon Cortisol kann den MMC daran hindern, seine Arbeit zu erledigen, also kann das Praktizieren von Stressbewältigungstechniken wie Meditation, tiefes Atmen auch deinem MMC helfen.


Nimm dir regelmässig Zeit um dich zu entspannen und Stress abzubauen, Du könntest einfach mit nur 3-5 Minuten tiefem Atmen beginnen oder still zu sitzen.


Menschen, die noch keine Erfahrung mit dem Stillsitzen haben, empfehle ich oft, an einer geführten Meditation teilzunehmen. Vielen, denen Stillsitzen schwerfällt ist es einfacher, mit ein paar Erinnerungen wieder zur Konzentration zurückzukehren. Es gibt mehrere Apps und Websites, die kostenfreie Meditationen anbieten.



5. GEZIELTE UNTERSTÜTZUNG DES VAGUSNERVS


Der Vagusnerv ist die kommunikative Verbindung zwischen Darm und Gehirn.

Der Vagusnerv nimmt direkten Einfluss auf die Aktivität der Cajal Zellen in der Darmwand- sprich: ein starker Vagusnerv fördert die Darmperistaltik und damit den MMC.


Wir können diese Verbindung zu unserem Gehirn unterstützen, indem wir den Vagusnerv stimulieren. Einige Dinge, die dem Vagusnerv helfen, sind:

  • Kaltwasserduschen, Kaltwasserschwimmen

  • Gurgeln – das kann Spannungen lösen und die Nerven stimulieren, die vom Verdauungstrakt zum Gehirn verlaufen.

  • Summen, Singen– das stärkt die Halsmuskulatur, stimuliert die Nerven und verlängert möglicherweise den Atem

  • Verlängertes Ausatmen – das hilft deinem Gehirn dir mitzuteilen, dass du in Sicherheit bist, und kann dabei helfen, deinen Körper zu beruhigen und Stress abzubauen


6. PROKINETIKA


Prokinetikas regen die natürliche Magen- und Darmbewegung an und werden insbesondere bei Symptomen wie starker Übelkeit, Reflux und Erbrechen erfolgreich angewandt.

Prokinetikas sind grundsätzlich rezeptpflichtige Medikamente-es gibt aber hilfreiche natürliche, pflanzliche Alternativen um eine Unterfunktion des MMC zu stimulieren. Ingwer z.b. ist ein natürliches Prokinetikum, genauso wie ein Aufguss aus Pfefferminze. Fenchel, Kamille oder grünem Tee.



Du hast oder bist unsicher ob ein beeinträchtigter MMC mit deinen gesundheitlichen Beschwerden in Zusammenhalg stehen könnte?

Dann zögere nicht, mich zu kontaktieren 078 825 13 88 oder per email info@monikamaurer.ch.


Herzlich, Monika Maurer


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