Was genau bedeutet Selbstheilungskraft, was blockiert sie und wie kann sie aktiviert werden?





Was genau bedeutet Selbstheilungskraft?



Alles was lebendig ist, jede einzelne Zelle, jeder Organismus, egal ob es sich um eine Pflanze handelt, ein Tier oder einen Menschen verfügt über Regulationsmechanismen um aufgetretene Störungen und Gefährdungen der inneren Ordnung wieder auszugleichen .


Man spricht von Adapatationssystemen.


Normalerweise kann dadurch jede vom Aussen verursachte oder im Inneren entstandene Ungleichgewicht ( man nennt das auch Inkohärenz) wieder in einen ausgeglicheneren, kohärenteren, weniger Energie verbrauchenden Zustand überführt werden.


Diese Fähigkeit, sich selbst wieder heil zu machen ist das, was als Selbstheilungskraft bezeichnet wird.


Ohne diese Selbstheilungskräfte wäre keine Wundheilung, keine Überwindung einer Infektion, überhaupt keine Genesung von einer Krankheit möglich.


Auch wenn ein Operateur sein bestes gibt, z.b. den gebrochenen Knochen zu reparieren- ohne Selbstheilungskraft würde er nie wieder heil werden.


Nur so kann damit das Überleben jeder einzelnen Zelle und somit des gesamten Organismus gewährleistet werden.


Was blockiert unsere Selbstheilungskräfte?


Es sind vor allem Stress und Angst, die als große Verhinderer der Selbstheilung wirken.



Selbstheilung ist eine von Natur aus vorhandene Fähigkeit in jedem Organismus.

Sie kann aber unterdrückt, blockiert, abgeschwächt und unwirksam gemacht werden.


Angst ist das stärkste Gefühl, das unsere Selbstheilungskräfte blockiert.


Es gibt einen Bereich tief im innern unseres Gehirn, wo angstbesetze, stressvolle Erfahrungen aus der Vergangenheit gespeichert sind.


Diesen Hirnareal nennt man Anmygdala- wird sie stark aktiviert, stört das die Selbstheilungskräfte massiv.


Ob überhaupt und wie stark ein Mensch auf eine bestimmte Situation mit Angst reagiert, hängt also von seiner persönlichen Wahrnehmung ab - also davon wie er die Situation bewertet.


Bewertungen erfolgen immer subjektiv und hängen von seinen bisher gemachten Erfahrungen im Leben ab. Ganz entscheidend ist dabei, ob das damit verbundene Gefühl der Erfahrung ein Gefühl der Sicherheit oder eher der Angst ist.


Es werden nicht nur emotionale Reaktionen durch eine Situation ausgelöst, sondern auch direkt körperliche Prozesse.


Wie kann das geschehen?


Jede Erfahrung, die wir im Leben machen wird im Gehirn gespeichert und ist gekoppelt an bestimmte Gedanken und Gefühle.


Bei Erfahrungen, die an das Gefühl Angst gekoppelt sind, führt die Ausschüttung bestimmter Hormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol zu körperlichen Stressreaktionen.


Erfahrungen, die insbesondere im frühen Leben gemacht wurden, haben viel mit der inneren Einstellung, Grundüberzeugungen und mit Glaubenssätzen zu tun.


Und genau diese Einstellungen, Überzeugungen und Haltungen sind entscheidend für die persönliche Wahrnehmung und dafür, ob eine Angst- und Stressreaktion im Körper stattfindet als Reaktion auf Ereignisse,die auch im späteren Leben stattfinden


In einer Angst und Stressreaktion, die allgemein auch als „Kampf-oder Flucht“ -Reaktion bezeichnet wird, kann keine Heilung stattfinden, da der Körper alles tut, um einfach das Überleben zu sichern.


Um die natürlichen Selbstheilungskräfte wieder aktivieren, muss dem Körper ein Gefühl von Sicherheit vermittelt werden.


Und zwar auf kognitiver, emotionaler und körperlicher Ebene.




Wie können wir unsere Selbstheilungskräfte aktivieren?


Selbstheilungskräfte werden durch Kommunikation aktiviert


Unser Körper besteht aus unzähligen hoch spezialisierten Zellen, die alle aus einer Ursprungszelle hervorgegangen sind.


Jede Lungen- Haut- Leber oder Nervenzelle hat ihre eigenen hochkomplexen Aufgaben.


Sie sind aber alle miteinander verbunden , sind voneinander abhängig und stehen in direkter Kommunikation.


Hinzu kommen noch unzählige Mikroorganismen, die als unser „Mikrobiom“ zum grössten Teil in unserem Darm, aber auf allen Schleimhäuten und auf der Haut leben.

Auch diese haben ihre ganz eigenen Aufgaben und erbringen Leistungen, die uns unsere Gesundheit und unser Überleben sichern

über Botenstoffe wie Hormone, Neurotransmitter und Zytokine (Immunbotenstoffe)



Die Kommunikation innerhalb des Körpers geschieht über Botenstoffe- wie Hormone, Neurotransmitter und Zytokine (Immunbotenstoffe)


Sie alle, also unsere eigenen Körperzellen und unser gesamtes Mikrobiom tragen auf ihre Weise dazu bei, dass der menschliche Organismus überlebensfähig und gesund bleibt.


Entfalten können sich unsere Selbstheilungskräfte aber nur, wenn all unsere ¨hoch spezialisierten verschiedensten Körperzellen sich ungehindert austauschen können und in Verbindung bleibens sie müssen sich gegenseitig beeinflussen können,

so dass Störungen in der Funktion von einzelnen Teilbereichen wahrgenommen und dann schnellstmöglich wieder ausgeglichen werden.


Solange diese Regulationssysteme nicht gestört werden, bleibt der Gesamtorgasnismus gesund.



Konkret heisst das: Selbstheilung kann nur dann stattfinden, wenn unsere Psyche unser Nervensystem unsere Hormone und unser Immunsystem in Kommunikation bleiben.


Am besten zeigt das die Wissenschaft der Psycho- Neuro- Immunologie- sie zeigt, dass wir nicht so einfach

"in Teile zerlegt werden können" und macht deutlich, wie der gesamte, wie ein Wunder erscheindende menschliche Organismus komplett vernetzt ist und sich alle Körperzellen in ständiger Kommunikation befinden.



Jede Heilung ist eine Selbstheilung- und sie beginnt immer von innen heraus.




Quelle: "Lieblosigkeit macht krank", Gerald Hüther